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Warum Zink über die Immunabwehr hinaus beim Altern mitentscheidet

Warum Zink über die Immunabwehr hinaus beim Altern mitentscheidet

Zink ist ein lebenswichtiges Spurenelement und wird häufig vor allem mit dem Immunsystem in Verbindung gebracht. Seine Bedeutung reicht jedoch wesentlich weiter. Es ist an zahlreichen biologischen Prozessen beteiligt, darunter Zellstoffwechsel, Zellteilung, Gewebereparatur, Hormonstoffwechsel, Immunabwehr und der Erhalt von Muskulatur.

Gerade beim gesunden Altern lohnt sich deshalb ein genauerer Blick. Forschung beschäftigt sich unter anderem mit der Frage, welchen Einfluss Zink auf Stoffwechselwege hat, die mit Alterungsprozessen in Verbindung stehen. Entscheidend ist dabei nicht allein, wie viel Zink über die Ernährung zugeführt wird. Ebenso wichtig sind Bioverfügbarkeit, tatsächlicher Zinkstatus und das Zusammenspiel mit anderen Mikronährstoffen.

Im Konzept des Bluttunings geht es deshalb nicht darum, einzelne Stoffe pauschal zu ergänzen. Es geht darum, zu messen, Zusammenhänge zu erkennen und die Versorgung individuell einzuordnen.

Das Wichtigste vorab

Zink ist an Hunderten enzymatischen und regulatorischen Vorgängen beteiligt. Eine ausreichende Versorgung ist unter anderem für Immunfunktion, Zellteilung, Gewebereparatur und Muskelstoffwechsel relevant.

Dabei zählt nicht nur die aufgenommene Menge. Ein Lebensmittel kann vergleichsweise viel Zink enthalten und dennoch nur begrenzt zur Versorgung beitragen, wenn gleichzeitig Stoffe enthalten sind, welche die Aufnahme hemmen.

Ein besonders wichtiger Faktor ist dabei Phytinsäure. Genau deshalb ist für uns im Bluttuning nicht nur entscheidend, was jemand isst oder supplementiert, sondern was davon letztlich im Körper ankommt und im Blut messbar wird.

Dieser Gedanke gehört bereits zur Grundidee der von Dr. Ulrich Strunz geprägten Frohmedizin. Nicht allein statistische Normbereiche stehen im Mittelpunkt, sondern die Frage, welche Werte für den einzelnen Menschen und seine individuelle Situation angestrebt werden. Die Strunz-Systematik unterscheidet deshalb zwischen klassischen Risikowerten und sogenannten Frohwerten, zu denen auch Mineralstoffe und Spurenelemente wie Magnesium, Zink und Kupfer gehören.

Was Zink im Körper leistet

Zink ist Bestandteil beziehungsweise Cofaktor zahlreicher Enzyme und Proteine. Entsprechend vielfältig sind seine Aufgaben.

Es spielt unter anderem eine Rolle bei Zellteilung und Gewebereparatur, der Funktion des Immunsystems, dem Proteinstoffwechsel, der Darmbarriere, der Speicherung und Freisetzung von Insulin, der Muskulatur und der männlichen Reproduktionsfunktion.

  • Prostata und Prostatasekret
  • Auge, insbesondere Retina und Choroidea
  • Pankreas
  • Hoden, Spermien und Seminalplasma
  • Knochen
  • Leber
  • Haut und Haare

Gerade diese breite Verteilung macht verständlich, warum ein unzureichender Zinkstatus sehr unterschiedliche biologische Prozesse betreffen kann.

Warum Getreide und andere pflanzliche Lebensmittel die Zinkaufnahme beeinflussen können

Bei der Zinkversorgung legt dr. med. univ. Schmidt besonderen Wert auf einen Punkt, der bei der reinen Betrachtung von Nährwerttabellen leicht übersehen wird: die Bioverfügbarkeit.

Getreide, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen enthalten Phytinsäure beziehungsweise Phytat. Für die Pflanze erfüllt sie wichtige biologische Funktionen. Im menschlichen Darm kann Phytat jedoch Mineralstoffe binden.

Dazu gehören insbesondere Zink, Eisen, Kupfer und Mangan. Dadurch können schwer lösliche Komplexe entstehen. Das gebundene Zink steht dann für die Aufnahme nur eingeschränkt zur Verfügung.

Genau deshalb sagt der rechnerische Zinkgehalt eines Lebensmittels noch nicht, wie viel Zink dem Organismus tatsächlich zur Verfügung steht.

Phytat macht aus „viel Zink“ nicht automatisch eine gute Zinkquelle

Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen können durchaus größere Mengen Zink enthalten. Gleichzeitig kann ihr Phytatgehalt die Resorption reduzieren. Tierische Zinkquellen wie Fleisch, Eier oder Meeresfrüchte weisen dieses Problem in dieser Form nicht auf. Austern gehören zu den besonders zinkreichen Lebensmitteln. Für die individuelle Ernährung bedeutet das nicht automatisch, pflanzliche Lebensmittel zu meiden. Es bedeutet aber, dass eine Zinkversorgung nicht allein anhand einer Lebensmitteltabelle beurteilt werden sollte. Auch Zubereitung und Verarbeitung spielen eine Rolle. Einweichen, Keimen und Fermentation können den Phytatgehalt reduzieren und damit die Verfügbarkeit von Mineralstoffen verändern.

Phytinsäure kann auch mit anderen Nahrungsbestandteilen interagieren

Phytinsäure wird nicht nur wegen ihrer Bindung an Mineralstoffe untersucht. Sie kann auch mit Proteinen und Verdauungsenzymen interagieren. Phytinsäure kann nach Einschätzung von dr. med. univ. Schmidt nicht nur die Mineralstoffaufnahme beeinflussen, sondern auch mit Proteinen und Verdauungsenzymen interagieren und dadurch die Verfügbarkeit einzelner Aminosäuren beeinflussen. Auch Interaktionen mit Enzymen wie Trypsin oder α-Amylase werden in der wissenschaftlichen Literatur beschrieben.

Weitere Ursachen eines niedrigen Zinkstatus

Neben der Bioverfügbarkeit können weitere Faktoren eine Rolle spielen. Dazu gehören beispielsweise chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, anhaltender Durchfall, hoher Alkoholkonsum, Erkrankungen von Leber oder Niere sowie Lebensphasen mit verändertem Bedarf. Auch im höheren Lebensalter können sich Ernährung, Resorption und Stoffwechsel verändern. Deshalb gilt auch hier ein Grundprinzip des Bluttunings:

Nicht vermuten, sondern messen.

In der Strunz-Philosophie wird das Blutbild nicht lediglich als Sammlung einzelner Laborwerte verstanden. Vielmehr soll es Zusammenhänge zwischen Risikofaktoren, Entzündungsparametern, Aminosäuren, Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Hormonen sichtbar machen.

Zink und die Langlebigkeits-Signalwege

Besonders spannend wird Zink im Zusammenhang mit der Alternsforschung.

Ein untersuchter Mechanismus ist der Insulin/IGF-1-Signalweg. Dieser spielt eine zentrale Rolle bei Wachstum, Entwicklung und Stoffwechsel und ist auch Gegenstand der Forschung zu Alterungsprozessen. Eine Arbeit an Caenorhabditis elegans zeigte, dass Zinktransporter über diesen Signalweg Einfluss auf die Lebensspanne des Modellorganismus nehmen können.

Solche Forschungsergebnisse liefern Hinweise darauf, dass Zink tiefer in regulatorische Prozesse eingebunden ist, als es die klassische Betrachtung als „Spurenelement für das Immunsystem“ vermuten lässt.

Wichtig bleibt allerdings: Ein Fadenwurm ist kein Mensch. Die Ergebnisse zeigen einen interessanten biologischen Mechanismus, aber keinen Nachweis dafür, dass eine höhere Zinkzufuhr beim Menschen automatisch zu einem längeren Leben führt.

Zink und das Immunsystem

Mit zunehmendem Alter verändert sich die Leistungsfähigkeit des Immunsystems. Dieser Prozess wird als Immunoseneszenz bezeichnet. Zink wird sowohl von Bestandteilen der angeborenen als auch der erworbenen Immunabwehr benötigt. Dazu gehören unter anderem Fresszellen und natürliche Killerzellen.

Darüber hinaus spielt Zink bei Barrierefunktionen des Körpers eine Rolle. Haut und Schleimhäute bilden eine erste Schutzschicht gegenüber der Umwelt. Auch Proteine wie Metallothioneine sind eng mit dem Zinkstoffwechsel verbunden. Zink ist deshalb für eine normale Funktion des Immunsystems von Bedeutung. Gerade bei wiederkehrenden Infekten betrachtet der Arzt in der Praxis den Zinkstatus im Zusammenhang mit weiteren Laborwerten.

Zink und Muskulatur im Alter

Auch für die Muskulatur ist Zink relevant. Eine Untersuchung bei Menschen mit chronischen Lebererkrankungen fand einen Zusammenhang zwischen niedrigen Serum-Zinkwerten und Sarkopenie. Zink ist außerdem an zahlreichen Vorgängen beteiligt, die für Proteinstoffwechsel, Zellteilung und Regeneration relevant sind. Für das gesunde Altern ist das ein wichtiger Zusammenhang. Muskelmasse und Muskelkraft gehören zu den entscheidenden Faktoren für Mobilität und Selbstständigkeit im höheren Lebensalter. Dabei sollte Zink jedoch nicht isoliert betrachtet werden. Bewegung, Krafttraining, Eiweißversorgung, Aminosäuren, Hormone und weitere Mikronährstoffe gehören zum Gesamtbild. Gerade diese vernetzte Betrachtung entspricht der Strunz-Philosophie des Bluttunings.

Zink und Testosteron

In der Praxis wird Zink auch im Zusammenhang mit Testosteron betrachtet. Zink ist für verschiedene Prozesse der männlichen Reproduktionsfunktion und des Hormonstoffwechsels relevant. Ein unzureichender Zinkstatus kann deshalb auch im Zusammenhang mit niedrigen Testosteronwerten von Bedeutung sein.

Bei Mein Bluttuning in Roth beobachtet dr. med. univ. Dieter Schmidt nach eigener Erfahrung ebenfalls Zusammenhänge zwischen niedrigen Zinkwerten und einem niedrigen Testosteronspiegel. Entscheidend bleibt auch hier die Messung. Ein niedriger Testosteronwert kann viele Ursachen haben und sollte deshalb nicht allein auf den Zinkstatus zurückgeführt werden. Damit entspricht die Einordnung dem Grundprinzip des Bluttunings: Nicht ein einzelner Wert entscheidet, sondern das Zusammenspiel der Parameter.

Zink und Kupfer gehören zusammen

Ein besonders wichtiger Zusammenhang besteht zwischen Zink und Kupfer. Beide Spurenelemente beeinflussen sich gegenseitig. Deshalb betrachtet dr. med. univ. Schmidt Zink im Rahmen des Bluttunings nicht isoliert, sondern insbesondere in Relation zum Kupferstatus. Das ist auch deshalb relevant, weil eine längerfristig hohe Zinkzufuhr Auswirkungen auf den Kupferhaushalt haben kann. Im Rahmen der umfassenden Blutanalyse werden deshalb beide Parameter gemeinsam eingeordnet.

Wie Zink bei Mein Bluttuning gemessen wird

Zink gehört bei Mein Bluttuning zu den Parametern, die im Rahmen der umfassenden Blutanalyse standardmäßig bestimmt werden. Die Einordnung erfolgt dabei nicht ausschließlich danach, ob ein Wert innerhalb eines statistischen Referenzbereichs liegt. Genau an dieser Stelle knüpft die Praxis an das von Dr. Ulrich Strunz geprägte Konzept an.

Strunz unterscheidet in seinen Unterlagen zwischen klassischen Referenz- beziehungsweise „Drohwerten“ und sogenannten „Frohwerten“. Der Gedanke dahinter lautet: Ein Laborwert kann innerhalb eines statistischen Referenzbereichs liegen und trotzdem noch nicht dem individuellen Ziel entsprechen. Zu den von Strunz beschriebenen Frohwerten gehören ausdrücklich unter anderem Aminosäuren, Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Hormone. Zink und Kupfer werden dabei ausdrücklich als relevante Spurenelemente genannt.

Die Praxis von dr. med. univ. Dieter Schmidt führt diese Form der individuellen Betrachtung heute in Mein Bluttuning weiter. Aus der großen Blutanalyse kann anschließend ein individueller Einnahmeplan abgeleitet werden, der die gemessenen Defizite und Zusammenhänge berücksichtigt.

Welche Form von Zink verwendet dr. med. univ. Dieter Schmidt?

Aus seiner Praxiserfahrung bevorzugt der Arzt häufig Zink-Picolinat. Nach seiner Beobachtung wird diese Verbindung von vielen Patienten gut vertragen. Gleichzeitig sieht er damit in Verlaufsmessungen häufig eine Verbesserung zuvor niedriger Zinkwerte.

Welche Menge eingesetzt wird, richtet sich nach Ausgangswert, Begleitwerten und der individuellen Situation. Welche Menge eingesetzt wird, richtet sich nach Ausgangswert, Begleitwerten und der individuellen Situation. Abhängig vom Ausgangswert werden in der Praxis häufig etwa 60 mg zu einer Mahlzeit eingesetzt und gut vertragen. Die Einnahme zu einer Mahlzeit empfiehlt er insbesondere deshalb, weil Zink nüchtern bei manchen Menschen Übelkeit verursachen kann.

Kann man Zink überdosieren?

Grundsätzlich kann auch Zink zu hoch dosiert werden. Besonders bei langfristig hoher Zufuhr ist deshalb der Kupferstatus relevant. dr. med. univ. Schmidt weist aus seiner Praxiserfahrung allerdings darauf hin, dass er problematisch hohe Zinkwerte bei ärztlich gesteuerter Einnahme nur selten beobachtet. Gerade deshalb gehört für ihn zur Supplementierung immer die Kontrolle durch Laborwerte. Die praktische Konsequenz lautet somit nicht, beliebig hohe Mengen einzunehmen, sondern: messen, gezielt ergänzen und erneut messen. Das entspricht auch dem zentralen Strunz-Prinzip, nach dem eine Ergänzung nicht allein nach allgemeinen Empfehlungen erfolgen sollte, sondern anhand der tatsächlichen Blutwerte gesteuert wird.

Häufige Fragen zu Zink

Wie erkennt man einen Zinkmangel?

Beschwerden allein erlauben keine sichere Diagnose. Wiederkehrende Infekte, Veränderungen an Haut und Haaren oder eine beeinträchtigte Wundheilung können viele verschiedene Ursachen haben. Bei Mein Bluttuning wird der Zinkstatus deshalb gemessen und zusammen mit weiteren Laborwerten eingeordnet. Ein einzelner Wert wird dabei nicht losgelöst vom übrigen Gesundheitsbild betrachtet.

Welche Lebensmittel enthalten besonders viel Zink?

Eine der bekanntesten und besonders zinkreichen Quellen sind Austern. Auch Fleisch, Eier und Milchprodukte tragen zur Zinkversorgung bei. Pflanzliche Lebensmittel wie Nüsse, Samen, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte können ebenfalls relevante Zinkmengen enthalten. Gleichzeitig kann ihr Phytatgehalt jedoch die tatsächliche Aufnahme reduzieren.

Was haben Austern und Casanova miteinander zu tun?

Giacomo Casanova wird bis heute mit dem Verzehr großer Mengen Austern in Verbindung gebracht. Austern gehören tatsächlich zu den Lebensmitteln mit besonders hohem Zinkgehalt. Und Zink wiederum spielt eine Rolle im männlichen Reproduktions- und Hormonstoffwechsel. Ob Casanova diesen Zusammenhang kannte oder sein Austernkonsum tatsächlich etwas mit seinem berühmten Liebesleben zu tun hatte, bleibt allerdings eine historische Anekdote.

Warum ist Zink bei vegetarischer und veganer Ernährung besonders interessant?

Nicht weil eine pflanzliche Ernährung automatisch zu Zinkmangel führt. Relevant ist vielmehr der häufig höhere Phytatgehalt. Dieser kann die Zinkresorption reduzieren. Deshalb ist in solchen Ernährungssituationen die tatsächliche Versorgung interessanter als eine rein rechnerische Betrachtung der aufgenommenen Zinkmenge.

Welche Rolle spielt Zink für das Immunsystem?

Zink ist an zahlreichen Vorgängen der Immunabwehr beteiligt. Dazu gehören die Funktion verschiedener Immunzellen sowie Barrierefunktionen von Haut und Schleimhäuten. Ein niedriger Zinkstatus kann deshalb die normale Immunfunktion beeinträchtigen. Bei wiederkehrenden Infekten betrachtet dr. med. univ. Dieter Schmidt Zink jedoch nicht isoliert, sondern zusammen mit weiteren Laborparametern.

Zink, Kupfer und die Walsh-Methode

Zink wird von dr. med. univ. Schmidt insbesondere auch im Verhältnis zu Kupfer gemessen. Für die Praxis ist dieser Zusammenhang nicht nur für den Mikronährstoffhaushalt interessant. Er spielt auch innerhalb des von Dr. William Walsh entwickelten Ansatzes eine Rolle. Walsh beschäftigt sich unter anderem mit Zusammenhängen zwischen Spurenelementen, Methylierung und Neurotransmitterstoffwechsel. dr. med. univ. Schmidt nutzt diese Perspektive in der Praxis insbesondere bei Patienten mit entsprechenden Fragestellungen.

Zink und KPU/HPU

Der Arzt weist außerdem darauf hin, dass er bei Patienten mit Kryptopyrrolurie beziehungsweise KPU/HPU einen erhöhten Zinkbedarf beobachtet und diesen Zusammenhang in der Labordiagnostik berücksichtigt.

Zink im Bluttuning

Am Ende führt das Thema wieder zum Kern der Praxis zurück. Es reicht nicht aus zu wissen, dass Zink grundsätzlich wichtig ist. Entscheidend sind Fragen wie: Wie ist der persönliche Zinkstatus? Wie steht Zink im Verhältnis zu Kupfer? Wie sieht die Ernährung aus? Gibt es Hinweise auf eine eingeschränkte Aufnahme? Welche weiteren Mikronährstoffe und Hormone sind auffällig? Wie entwickeln sich die Werte unter einer individuell abgestimmten Einnahme? Genau dieses Denken steckt hinter dem Bluttuning. Schon Dr. Ulrich Strunz beschrieb Gesundheit nicht als Betrachtung einzelner Laborparameter. Die „Frohwerte“ umfassen Aminosäuren, Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Hormone. Entscheidend sei, die Werte zu messen und anschließend medizinisch zu „übersetzen“. dr. med. univ. Dieter Schmidt führt diesen Ansatz heute weiter und verbindet ihn mit seiner eigenen ärztlichen Erfahrung und aktueller Labordiagnostik.

Fazit

Zink ist weit mehr als ein Spurenelement für das Immunsystem. Es ist an zahlreichen Prozessen beteiligt, die für Stoffwechsel, Muskulatur, Barrierefunktion, Reproduktion und gesundes Altern relevant sind. Gleichzeitig zeigt gerade Zink, warum eine rein rechnerische Betrachtung von Ernährung und Nahrungsergänzung zu kurz greift. Phytat kann die Aufnahme beeinflussen, Zink steht in enger Wechselwirkung mit Kupfer und der individuelle Bedarf unterscheidet sich. Deshalb folgt Mein Bluttuning auch bei Zink einem einfachen Grundprinzip: Messen. Zusammenhänge verstehen. Individuell ergänzen. Wieder messen. Das ist letztlich der Kern des von Dr. Strunz geprägten Bluttunings und der Ansatz, den dr. med. univ. Dieter Schmidt in der Praxis weiterführt.

Zinkstatus individuell einordnen lassen

Im Rahmen der umfassenden Blutanalyse wird der Zinkstatus bei Mein Bluttuning standardmäßig bestimmt und gemeinsam mit weiteren relevanten Laborparametern eingeordnet. Auf Grundlage der Ergebnisse kann dr. med. univ. Dieter Schmidt gemeinsam mit Ihnen besprechen, welche weiteren Schritte in Ihrer persönlichen Situation sinnvoll sind.

Über den Autor

Medizinisch eingeordnet von dr. med. univ. Dieter Schmidt. dr. med. univ. Dieter Schmidt ist Facharzt für Viszeralchirurgie sowie Alpin- und Höhenmediziner und ärztlicher Leiter der Privatpraxis Mein Bluttuning in Roth. Nach langjähriger klinischer Tätigkeit übernahm er 2022 die ehemalige Privatpraxis von Dr. Ulrich Strunz. Zu seinen heutigen Schwerpunkten gehören Bluttuning, umfassende Labordiagnostik, therapeutische Apherese und ganzheitliche Medizin. Medizinischer Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Laborwerte, Nahrungsergänzungsmittel und Dosierungen sollten immer im individuellen medizinischen Kontext beurteilt werden.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Novakovic S, Molesworth LW, Gourley TE, Boag PR, Davis GM. Zinc transporters maintain longevity by influencing insulin/IGF-1 activity in Caenorhabditis elegans. FEBS Letters. 2020;594(9):1424–1432.
  • Mocchegiani E, Romeo J, Malavolta M, et al. Zinc: dietary intake and impact of supplementation on immune function in elderly. Age (Dordrecht). 2013;35(3):839–860.
  • Nishikawa H, Enomoto H, Yoh K, et al. Serum Zinc Concentration and Sarcopenia: A Close Linkage in Chronic Liver Diseases. Journal of Clinical Medicine. 2019;8(3):336.
  • Gupta RK, Gangoliya SS, Singh NK. Reduction of phytic acid and enhancement of bioavailable micronutrients in food grains. Journal of Food Science and Technology. 2015;52(2):676–684.
  • Muckenthaler MU, Petrides PE. Spurenelemente. In: Löffler/Petrides Biochemie und Pathobiochemie. 10. Auflage. Springer; 2022.
Warum nicht jedes Magnesiumpräparat im Körper ankommt

Warum nicht jedes Magnesiumpräparat im Körper ankommt

Magnesium ist an mehreren hundert Stoffwechselprozessen beteiligt – von der Muskel- und Nervenfunktion bis zur Herzaktivität. Ein Mangel entsteht dabei nicht nur durch eine zu geringe Zufuhr über die Nahrung. Auch die Aufnahme im Körper spielt eine entscheidende Rolle: Nicht jede Magnesiumverbindung wird gleich gut verwertet. Welche chemische Form ein Präparat enthält, kann daher einen deutlichen Unterschied machen.

Wofür der Körper Magnesium braucht

Magnesium wirkt als Cofaktor für mehr als 300 Enzyme im Körper. Es ist an der Muskelkontraktion und -entspannung beteiligt, an der Reizweiterleitung im Nervensystem, am Aufbau von Knochen sowie am Energiestoffwechsel in Form der ATP-Bildung.

Auch für die elektrische Erregungsleitung des Herzens spielt Magnesium eine Rolle. Eine systematische Übersichtsarbeit untersuchte den vorbeugenden Effekt einer Magnesiumgabe auf neu auftretendes Vorhofflimmern außerhalb herzchirurgischer Eingriffe (Curran et al., 2023). Bestehende Herzrhythmusstörungen sollten unabhängig davon immer ärztlich abgeklärt werden.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) nennt für Erwachsene Schätzwerte von etwa 350 Milligramm täglich für Männer und 300 Milligramm für Frauen. Dabei handelt es sich um Werte für die gesamte Zufuhr über die Ernährung, nicht um Dosierungsempfehlungen für Nahrungsergänzungsmittel. Der Referenzwert beschreibt einen Bedarf auf Bevölkerungsebene und ersetzt keine individuelle Einordnung.

In der Praxis zeigt sich, dass der individuelle Magnesiumbedarf und die Reaktion auf eine Supplementierung unterschiedlich ausfallen können. Die Dosierung sollte deshalb nicht pauschal, sondern anhand der persönlichen Situation, der Nierenfunktion, der Verträglichkeit und des Verlaufs festgelegt werden und ausschließlich in ärztlicher Begleitung, nicht in Eigenregie.

Wie ein Magnesiummangel entstehen kann

Ein Mangel kann verschiedene Ursachen haben. Zu den relevanten Einflussfaktoren zählen unter anderem:

  • eine unzureichende Zufuhr über die Ernährung
  • anhaltender Stress
  • regelmäßiger Alkoholkonsum
  • erhöhte Verluste, beispielsweise durch starkes Schwitzen bei intensiver körperlicher Belastung
  • bestimmte Medikamente, etwa manche Entwässerungsmittel oder Säureblocker für den Magen
  • Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts mit gestörter Nährstoffaufnahme
  • besondere Lebenssituationen wie Schwangerschaft und Stillzeit, in denen die Versorgung individuell beurteilt werden sollte

Warum die chemische Verbindung über die Aufnahme entscheidet

Magnesium kommt in Nahrungsergänzungsmitteln nie als reines Element vor, sondern stets gebunden an einen Verbindungspartner. Diese Bindungspartner werden in der Literatur auch als Liganden bezeichnet und lassen sich grob in zwei Gruppen einteilen: anorganische Verbindungen wie Oxid, Carbonat, Chlorid oder Hydroxid und organische Verbindungen wie Citrat, Glycinat, Lactat, Aspartat oder Orotat.

Verbindungstyp Beispiele Einordnung
Anorganisch Magnesiumoxid, -carbonat, -chlorid, -hydroxid in Studien tendenziell geringere Bioverfügbarkeit, oft günstiger im Preis
Organisch Magnesiumcitrat, -glycinat, -lactat, -aspartat, -orotat in Studien tendenziell bessere Aufnahme, teils höherer Preis

Welche Verbindung im Einzelfall sinnvoll ist, hängt neben der Bioverfügbarkeit auch von individueller Verträglichkeit und Anwendungszweck ab. Ein pauschal „bestes“ Präparat für jeden Menschen existiert nicht. Welche Verbindung geeignet ist, zeigt sich anhand der individuellen Verträglichkeit und, wenn medizinisch sinnvoll, durch eine spätere Kontrollmessung.

Was die Studienlage zeigt

Studien weisen auf Unterschiede zwischen verschiedenen Magnesiumverbindungen hin. In einer randomisierten Studie wurde Magnesiumcitrat bei gleicher Menge an elementarem Magnesium besser aufgenommen als Magnesiumoxid (Walker et al., 2003). Ein systematischer Übersichtsartikel bestätigt grundsätzliche Unterschiede in der Bioverfügbarkeit zwischen organischen und anorganischen Verbindungen (Blancquaert et al., 2019). Die Ergebnisse lassen sich jedoch nicht pauschal auf jedes Präparat übertragen, da sich Formulierungen, Dosierungen und Messmethoden unterscheiden.

Magnesium im Konzept des Bluttunings

Im Konzept des Bluttunings wird der Magnesiumstatus nicht isoliert betrachtet, sondern im Zusammenhang mit weiteren Elektrolyten wie Kalium und Calcium, mit Vitamin D sowie mit Beschwerden wie Muskelkrämpfen, innerer Unruhe, Erschöpfung oder Herzrhythmusstörungen eingeordnet. Referenzbereiche für Magnesium im Serum variieren je nach Labor, liegen häufig aber im Bereich von etwa 0,75 bis 1,05 mmol/l.

Im Konzept des Bluttunings werden bei entsprechender Beschwerdesymptomatik mitunter Zielbereiche im oberen Referenzbereich angestrebt. Diese Einordnung ist ausdrücklich keine allgemeinverbindliche Optimalwert-Angabe und ersetzt keine individuelle ärztliche Diagnostik.

Bei bestehender Nierenerkrankung oder der Einnahme bestimmter Medikamente ist eine unkontrollierte, hochdosierte Magnesium-Supplementierung nicht empfehlenswert. In diesen Fällen ist eine vorherige ärztliche Rücksprache sinnvoll.

Wie der Magnesiumstatus im Bluttuning erfasst wird

Entscheidend ist die Einordnung im Zusammenhang: Im Rahmen einer umfassenden Blutanalyse wird der Magnesiumwert gemeinsam mit weiteren Elektrolyten, Vitamin D und den individuellen Beschwerden betrachtet. Auf dieser Grundlage kann bei Bedarf ein individueller Einnahmeplan mit einer geeigneten, gut bioverfügbaren Magnesiumverbindung abgestimmt werden. Nach einigen Monaten kann eine Kontrollmessung zeigen, ob sich der Status verändert hat.

Warum Magnesium auch für den Vitamin-D-Stoffwechsel wichtig ist

Magnesium ist an mehreren Enzymreaktionen beteiligt, die für den Stoffwechsel von Vitamin D erforderlich sind. Ein unzureichender Magnesiumstatus kann daher beeinflussen, wie Vitamin D umgewandelt und genutzt wird. Welche Bedeutung dies im Einzelfall hat, hängt vom Magnesium- und Vitamin-D-Status sowie von weiteren gesundheitlichen Faktoren ab. Eine randomisierte Studie fand Hinweise darauf, dass ein guter Magnesiumstatus die Umwandlung von Vitamin D in seine aktive Form unterstützen kann (Dai et al., 2018). Bei Menschen mit chronischer Nierenerkrankung wird zudem diskutiert, ob ein unerkannter Magnesiummangel zu einem anhaltenden Vitamin-D-Mangel beitragen kann – ein Zusammenhang, der bislang vor allem für diese Patientengruppe untersucht wurde (Matias et al., 2023).

Deshalb betrachtet das Bluttuning nicht einen einzelnen Wert isoliert, sondern das Zusammenspiel verschiedener Laborparameter.

Häufige Fragen zu Magnesium

Welche Magnesiumverbindung wird am besten aufgenommen?

Organische Verbindungen wie Magnesiumcitrat oder bestimmte Aminosäurechelate können besser verfügbar sein als Magnesiumoxid. Magnesiumoxid enthält dafür einen höheren Anteil an elementarem Magnesium. Für die Beurteilung eines Präparats sollten deshalb nicht nur die chemische Verbindung, sondern auch die tatsächlich enthaltene Menge an elementarem Magnesium, die Löslichkeit, die Verträglichkeit und der individuelle Anwendungszweck berücksichtigt werden. Ein pauschal bestes Präparat gibt es nicht – wie immer im Konzept des Bluttunings gilt: Wer wissen will, muss messen.

Wie erkennt man einen Magnesiummangel im Blut?

Ein Magnesiummangel zeigt sich nicht immer eindeutig im Serumwert, da der Körper den Blutspiegel zulasten der Speicher in Muskeln und Knochen stabil halten kann. Symptome wie Muskelkrämpfe, innere Unruhe oder Herzrhythmusstörungen können auch bei formal unauffälligem Serumwert auftreten. Eine ärztliche Einordnung im Zusammenhang mit weiteren Werten und Beschwerden ist daher sinnvoller als die isolierte Betrachtung eines einzelnen Laborwerts.

Kann man Magnesium überdosieren?

Über die Nahrung ist eine Überdosierung kaum möglich. Bei hochdosierten Präparaten kann es zu Durchfall kommen. Bei stark eingeschränkter Nierenfunktion sind höhere Dosierungen ohne vorherige ärztliche Rücksprache nicht empfehlenswert.

Welche Lebensmittel enthalten viel Magnesium?

Gute Magnesiumquellen sind Hülsenfrüchte, grünes Blattgemüse, Nüsse und Samen. Auch Fisch und Meeresfrüchte sowie bestimmte Mineralwässer können zur Versorgung beitragen.

Wie oft sollte der Magnesiumspiegel kontrolliert werden?

Das hängt von Beschwerden, Risikofaktoren und der individuellen Situation ab. Bei anhaltenden Symptomen oder im Rahmen einer umfassenden Blutanalyse kann eine Kontrolle sinnvoll sein. Ein pauschaler Kontrollrhythmus gilt nicht für alle Menschen gleich. Bei intensiver sportlicher Belastung oder anhaltendem Stress kann eine individuelle Kontrolle sinnvoll sein; ob eine Supplementierung erforderlich ist und welcher Zielbereich angestrebt wird, sollte anhand des Befunds und der persönlichen Situation entschieden werden.

Fazit: Die Menge allein sagt wenig über die Wirkung

Ob ein Magnesiumpräparat im Körper ankommt, hängt nicht nur von der Dosierung ab, sondern auch von der chemischen Verbindung, der individuellen Aufnahme und dem Zusammenspiel mit anderen Laborwerten. Eine isolierte Betrachtung der Dosierung greift daher zu kurz.

Über den Autor

Medizinisch eingeordnet von dr. med. univ. Dieter Schmidt. dr. med. univ. Dieter Schmidt ist Facharzt für Viszeralchirurgie sowie Alpin- und Höhenmediziner und ärztlicher Leiter der Privatpraxis Mein Bluttuning in Roth. Nach langjähriger klinischer Tätigkeit übernahm er 2022 die ehemalige Privatpraxis von Dr. Ulrich Strunz. Zu seinen heutigen Schwerpunkten gehören umfassende Labordiagnostik, therapeutische Apherese und ganzheitliche Medizin.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Walker AF, Marakis G, Christie S, Byng M. Mg citrate found more bioavailable than other Mg preparations in a randomised, double-blind study. Magnesium Research. 2003;16(3):183–191.
  • Blancquaert L, Vervaet C, Derave W. Predicting and Testing Bioavailability of Magnesium Supplements. Nutrients. 2019;11(7):1663.
  • Schwalfenberg GK, Genuis SJ. The Importance of Magnesium in Clinical Healthcare. Scientifica. 2017;2017:4179326.
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Magnesium.
  • Dai Q, Zhu X, Manson JE, et al. Magnesium status and supplementation influence vitamin D status and metabolism: results from a randomized trial. The American Journal of Clinical Nutrition. 2018;108(6):1249–1258.
  • Matias P, Ávila G, Ferreira AC, Laranjinha I, Ferreira A. Hypomagnesemia: a potential underlooked cause of persistent vitamin D deficiency in chronic kidney disease. Clinical Kidney Journal. 2023;16(11):1776–1785.
  • Curran J, Ross-White A, Sibley S. Magnesium prophylaxis of new-onset atrial fibrillation: A systematic review and meta-analysis. PLOS ONE. 2023;18(11):e0292974.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Laborwerte sollten immer im individuellen medizinischen Kontext beurteilt werden.

Blutwerte verstehen und Referenzbereiche richtig einordnen

Blutwerte verstehen und Referenzbereiche richtig einordnen

Inhaltsverzeichnis

Blutwerte stehen selten für sich allein. Auf einem Laborbefund erscheinen Zahlen, Einheiten und Referenzbereiche, häufig ergänzt durch Markierungen wie „zu hoch“ oder „zu niedrig“. Das wirkt eindeutig. Medizinisch beginnt die Einordnung jedoch meist erst an diesem Punkt.

Ein Wert innerhalb des Referenzbereichs kann zu einem unauffälligen Befund passen. Er schließt Beschwerden oder beginnende Veränderungen aber nicht automatisch aus. Umgekehrt bedeutet eine geringe Abweichung nicht zwangsläufig, dass eine Erkrankung vorliegt.

Entscheidend sind die untersuchten Parameter, die persönliche Situation, mögliche Einflussfaktoren, das Zusammenspiel mit weiteren Befunden und vor allem die Betrachtungsweise, gerade in Bezug auf die individuelle Zielsetzung in der entsprechenden Lebenssituation (z.B. Leistung, Burn-out, Burn-out-Prophylaxe, Wechseljahre, Erkrankungen u.v.a.m). Wer Blutwerte verstehen möchte, sollte deshalb nicht nur auf einzelne Zahlen schauen. Wichtig ist die Frage, wie der Referenzbereich entstanden ist, wie stabil der Wert bei derselben Person ist und welche Bedeutung er im medizinischen Gesamtkontext hat.

bild blutwerte

Was ist ein Referenzbereich bei Blutwerten?

Ein Referenzbereich beschreibt den Bereich, in dem die Messergebnisse einer festgelegten Referenzgruppe liegen. Häufig umfasst er die mittleren 95 Prozent der Werte dieser Gruppe. Das bedeutet zugleich: Auch bei gesunden Personen können einzelne Ergebnisse außerhalb des angegebenen Bereichs liegen.

Die Definition “gesund” erfolgt hierbei jedoch leider nach dem Ausschlussprinzip. D.h. wenn keine Diagnose gestellt wurde. Folglich werden versteckte, also subklinische Erkrankungen mit in die Referenzgruppe einbezogen. Es werden eben nicht leistungsfähige, glückliche, gesunde Menschen als Referenzgruppe ausgewählt, bei denen der Stoffwechsel und sämtliche Körperfunktionen optimal funktionieren.

Ein weiterer wesentlicher Punkt ist, dass die Werte, die dort stehen, nicht als absolut betrachtet werden können. Sie hängen nicht nur wie schon erwähnt von den Einheiten, der Referenzgruppe, die Anzahl der Messungen des Labors, sondern entscheidend auch von der Bestimmungsmethode des jeweiligen Labors ab. Diese können von Labor zu Labor variieren.

So ist wenig erstaunlich, dass der Versuch eines renommierten Hormonlabors die Blutprobe einer Person in 50 verschiedene Labore einzusenden, mit dem Ergebnis von 50 verschiedenen Laborergebnissen ausging.

All diese genannten Faktoren; Einheiten, Bestimmungsmethoden, Vollblut oder Plasma, Referenzgruppen, etc. sind für die wenigsten Werte international standardisiert.

Der Referenzbereich ist damit eine statistische Orientierung. Er ist weder eine vollständige Diagnose noch eine persönliche Zielvorgabe.

Normal bedeutet nicht automatisch optimal

Im Alltag werden Referenzwerte oft als Normalwerte bezeichnet. Der Begriff ist bequem, kann aber in die Irre führen. „Normal“ bedeutet in diesem Zusammenhang zunächst nur, dass sich der Wert im vom Labor festgelegten Referenzbereich befindet. Zudem bildet ein statistischer Bereich nicht automatisch den Wert ab, der für Prävention, Leistungsfähigkeit oder ein individuelles Gesundheitsziel günstig ist.

Denn die Referenzwerte unserer Populationen sind zunehmend geprägt von Werten subklinisch erkrankter, gestresster Menschen, da eben auch die gesamtgesellschaftliche Entwicklung durch eine typische westliche Lebensweise (Western Diet, Fast Food, verarbeitete Lebensmittel, chronischer Bewegungsmangel) geprägt wird.

Das resultiert häufig in “normalen” Zivilisationskrankheiten (Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauferkrankungen, Belastungen mit Pestiziden, Schwermetallen, Lösemittel, Mikroplastik etc.).

Dies wiederum ist sehr gut sichtbar am deutlichen Anstieg des Arzneimittelbedarfs, sowohl pro Person als auch in der Gesamtbevölkerung:

(DDD steht für „Defined Daily Dose“, also definierte Tagesdosis) Quelle: https://www.wido.de/news-presse/archiv-alt/detail/news/arzneiverordnungs-report-2012/

Um einige Beispiele zu nennen:

Vitamin D 3

Ein gutes Beispiel ist der Vitamin D 3 Spiegel. Hier geht es oft auch in der Bezeichnung der Labore um den Ausschluss eines Mangels, nicht jedoch um ein Optimum, das Knochen, Muskeln, Herz effektiv versorgen. Ja, Gesundheit ist eben nicht die Abwesenheit von Krankheit, sondern eben viel mehr.

So ist der Durchschnittswert in anderen Populationen, wie zum Beispiel Naturvölkern in Afrika 115 nmol/l.

Nicht vergessen, diese Populationen haben im Vergleich kaum „Zivilisationserkrankungen“ und massiv höhere Sonneneinstrahlung als die Bevölkerung in Deutschland. Offenbar ist es bezüglich Vitamin D3 eben nicht mit 30 Minuten Tageslichtexposition getan

Nun ist es keine Raketenwissenschaft zu entscheiden, welcher Referenzwert wohl der gesündere sein könnte.

Schwermetalle

Einen Verlauf, den ich selbst beobachten konnte, während meiner medizinischen Laufbahn sind das Thema Schwermetalle. Da die Gesamtbelastung der Population steigt, werden natürlich auch vermehrt höhere Werte gemessen.

Angepasste Referenzwerte jedoch machen ein Schwermetall-Molekül wie z.B. Quecksilber für die menschliche Zelle nicht unbedingt gesünder.

Omega-3-Fettsäuren

Auch für die Situation von Omega-3-Fettsäuren, die essentiell für die Gehirnentwicklung von Säuglingen und Kindern ist, finden wir in Naturvölkern ganz andere Daten:

So nahm bei den westlichen Vergleichsdaten der DHA-Status von Mutter und Kind während Schwangerschaft beziehungsweise Stillzeit typischerweise ab. Bei tansanischen Frauen mit hohem, dauerhaftem Fischkonsum blieb der mütterliche DHA-Status dagegen stabil, und der DHA-Anteil der gestillten Kinder stieg in den ersten drei Lebensmonaten an.

Das ähnliche Beispiel kennt man auch von den Inuit: “Die traditionelle Ernährung der Inuit, die reich an n−3-Fettsäuren ist, ist wahrscheinlich für die niedrige Sterblichkeitsrate aufgrund ischämischer Herzerkrankungen in dieser Bevölkerungsgruppe verantwortlich “

Referenzwerte

Referenzwerte sind nun nicht vollkommen wertlos, sie zeigen vielleicht an, ob “da nichts Gröberes im Argen liegt” oder inwieweit eine Erkrankung Auswirkungen auf das Blut hat, aber all dies hat nichts mit einem vollumfänglich funktionierenden Zellstoffwechsel oder einer optimalen Zellversorgung mit essentiellen Stoffen zu tun. Sie sind für Screening, Diagnostik und Verlaufskontrolle unverzichtbar.

Die Präventionsmedizin jedoch will sich aber eben an den Referenzwerten gesunder, glücklicher, leistungsfähiger Menschen orientieren, ohne akute oder chronische Erkrankung (z.B. Athleten).

Ziel hierbei ist es einer möglichen Erkrankung einen Schritt voraus zu sein und gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen und präventiv zu beeinflussen, sowie Schwachstellen und Mängel zu beheben.

Warum Blutwerte schwanken können

erliche Belastung, Flüssigkeitshaushalt, Stress, Infekte oder Medikamente. Auch die Vorbereitung auf die Blutabnahme und die Verarbeitung der Probe können das Ergebnis beeinflussen.

Zu den typischen Einflussfaktoren gehören:

  • Zeitpunkt der Blutabnahme und Nüchternstatus
  • Sport oder starke körperliche Belastung am Vortag
  • akute Infekte und entzündliche Prozesse
  • Flüssigkeitszufuhr, Alkohol und Ernährung
  • Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel
  • Zyklus, Schwangerschaft und hormonelle Veränderungen
  • Messmethode und analytische Schwankungen

Ein Beispiel ist der Cortisolspiegel, der bedingt durch die Tages-Nachtrhythmik morgens erwartungsgemäß höher ausfällt als abends. Auch das Serum-Eisen schwankt im Tagesverlauf und zwischen einzelnen Messungen. Für die Beurteilung des Eisenstoffwechsels werden daher häufig mehrere Parameter zusammen betrachtet, etwa Ferritin, Transferrin, Transferrinsättigung, Hämoglobin und Entzündungsmarker." alt="blutwerte optimal" />

Ein einzelner Wert liefert selten die ganze Antwort

Viele Laborparameter beeinflussen sich gegenseitig oder erhalten ihre Bedeutung erst im Verhältnis zu anderen Werten. Ferritin zeigt beispielsweise die Eisenspeicher an, kann als Akutphaseprotein bei Entzündungen jedoch erhöht sein. Ein scheinbar beruhigender Ferritinwert kann deshalb anders zu bewerten sein, wenn gleichzeitig Entzündungsmarker auffällig sind.

Ähnlich verhält es sich bei der Schilddrüse. Ein TSH-Wert ist wichtig, bildet die Schilddrüsenfunktion aber nicht vollumfänglich ab. Je nach Beschwerden und Vorgeschichte können weitere Parameter wie fT3, fT4 oder Antikörper relevant sein. So unterliegt der TSH-Wert der oftmals als alleiniger Parameter für die Schilddrüsenfunktion verwendet wird teils massiven, auch physiologischen Schwankungen, obwohl die Stoffwechsellage der Schilddrüse ganz normal (euthyreot) ist – mit einem normalen ft3 und fT4 Wert. Manchmal kann hier ein Selenmangel vorliegen.

Und genau in diesen Zusammenhängen und in der Zusammenschau der Probleme und Symptome des Patienten in Bezug auf seine Laborwerte liegt die Kunst einer ganzheitlichen Betrachtungsweise.

Genau wegen diesen Zusammenhängen ist ein genaues und ausführliches Patientengespräch für die Interpretation des Zusammenhangs der Symptome mit den entsprechenden Laborwerten so entscheidend.

Aber hierfür braucht man Zeit und muss sich als Arzt sowohl im tiefen Zuhören als auch im gezielten Nachfragen immer weiter verbessern.

Hiervon hängt auch die Entscheidung, welche Laborparameter bestimmt werden sollen, entscheidend ab! Dies ist eine Entscheidung aus dem Zusammenhang heraus und keine Frage möglichst großer Laborpakete.

Gute Labordiagnostik bedeutet deshalb nicht, wahllos viele Werte zu messen. Sie bedeutet, die richtigen Parameter für eine konkrete Fragestellung auszuwählen und gemeinsam zu interpretieren.

Referenzwerte, Grenzwerte und Zielwerte sind nicht dasselbe

Im Zusammenhang mit Blutwerten werden verschiedene Begriffe verwendet, die unterschiedliche Aufgaben haben.

Diese Kategorien dürfen nicht gleichgesetzt werden. Ein persönlicher Zielwert ersetzt keinen wissenschaftlich etablierten diagnostischen Grenzwert. Umgekehrt beantwortet ein populationsbasierter Referenzbereich nicht jede individuelle Präventionsfrage.

Was Frohwerte im Konzept des Bluttunings bedeuten

Dr. med. Ulrich Strunz bezeichnete als Frohmedizin einen präventiven Gesundheitsansatz, der Bewegung, eiweißreiche Ernährung, optimierte Blutwerte, Mikronährstoffe und mentale Stärke in den Mittelpunkt stellt.

Drohmedizin ist dagegen eine überwiegend krankheitsorientierte Medizin, die vor Risiken warnt und häufig erst behandelt, wenn Beschwerden oder Diagnosen bereits bestehen.

Der zentrale Unterschied lautet: Drohmedizin fragt, welche Krankheit droht und sieht den Organismus eher als fehlerhaft, der eben allzu oft medikamentös mit Nebenwirkungen therapiert werden muss, im Sinne, “Wenn Du nicht, dann droht Dir…”

Frohmedizin fragt danach, was der Körper stattdessen benötigt, um gesund, leistungsfähig und widerstandsfähig zu bleiben.

Gesundheit oder Krankheit sind folglich nicht nur Zu- oder Unfall, sie werden auch maßgeblich durch unser Verhalten (Bewegung, Ernährung, Stressreduktion, Meditation) bestimmt.

Freilich ist „Frohmedizin” kein klassischer wissenschaftlicher Fachbegriff, sondern eben ein Konzept einer aktiven, eigenverantwortlichen und fröhlichen Gesundheitsfürsorge.

In der von Dr. Ulrich Strunz geprägten Philosophie spielen sogenannte Frohwerte eine zentrale Rolle. Gemeint ist der Anspruch, Laborwerte nicht erst dann zu beachten, wenn eine klare Erkrankung oder deutliche Abweichung vorliegt. Und so werden Ihre Blutwerte hinsichtlich Gesundheit, Leistungsfähigkeit, Wohlbefinden, Regeneration und persönlichen Gesundheitszielen interpretiert.

Aus Sicht der funktionellen Präventionsmedizin kann diese Perspektive zusätzliche Fragen eröffnen: Passt ein formal unauffälliger Wert zur aktuellen Symptomatik? Hat er sich im Vergleich zu früheren Messungen verändert? Gibt es Kombinationen mehrerer Werte, die gemeinsam relevant sein könnten?

Frohwerte sind kein einheitlicher, wissenschaftlich normierter Referenzstandard. Im Konzept des Bluttunings stehen sie für eine ganzheitliche Interpretation, die weit über die reine Kennzeichnung „innerhalb“ oder „außerhalb“ des Laborbereichs hinausgeht.

Welche Zielbereiche sich aus Ihren Werten in Zusammenschau mit Ihren Symptomen ergeben ist individuell und sollte medizinisch begründet, unter Berücksichtigung möglicher Risiken entschieden werden.

Wie eine umfassende Blutanalyse eingeordnet wird

Eine umfassende Blutanalyse beginnt nicht mit der Blutabnahme, sondern mit mehreren Fragestellungen.

Beschwerden, Vorerkrankungen, Ernährung, Bewegung, Schlaf, Medikamente und bisherige Befunde helfen dabei, die Auswahl der Parameter einzugrenzen.

Im Bluttuning werden je nach individueller Situation unter anderem Mikronährstoffe, Aminosäuren, Fettsäuren, Hormone, Entzündungsmarker und kardiovaskuläre Risikofaktoren berücksichtigt und auch ein tieferer Einblick in die Zusammenhänge gewährt. Zusätzlich wird bei Bedarf die individuelle funktionelle genetische Situation erörtert.

Nicht jeder Mensch benötigt jeden Wert, aber optimal funktionierender Stoffwechsel benötigt als Grundlage die essentiellen Substanzen, die der Körper nicht selbst herstellen kann und die von außen durch die Nahrung zugeführt werden müssen. Diese Werte sind ein Kernbestandteil des Bluttunings. Ziel, hierbei ist es ein nachvollziehbares Gesamtbild, statt eine möglichst lange Messliste zu erstellen. Hieraus erwächst ein individueller Einnahmeplan, zugeschnitten um Schwachstellen und Mängel zu beheben und somit den Zellstoffwechsel zu unterstützen.

Nach 3 Monaten erfolgt eine Kontrollmessung genau dieser Werte die eben nicht im frohmedizinischen Bereich lagen.

Für die Auswertung sind 5 Ebenen besonders wichtig:

  • Ihre Symptome und Krankengeschichte
  • Bestimmungsmethode und Referenzbereich des Labors
  • die Beziehung zu den Frohwerten und Ihren Symptomen
  • der Vergleich zu früheren Ergebnissen
  • die gesundheitliche Zielsetzung

Erst aus dieser Kombination entsteht eine ganzheitliche Bewertung. Einzelne Laborwerte können Hinweise geben und Entscheidungen unterstützen. Sie ersetzen weder Anamnese noch Untersuchung und sind nicht für eine Selbstdiagnose geeignet. Auf die Zusammenschau im Ganzen kommt es an. So sollte das Orchester Ihrer Frohwerte harmonisch gestimmt sein, denn unsere Definition von Gesundheit ist die Harmonie des Menschen mit sich selbst und seiner Umwelt.

Wann auffällige oder unauffällige Blutwerte ärztlich besprochen werden sollten

Deutlich auffällige Werte sollten immer ärztlich eingeordnet werden. Das gilt besonders bei akuten Beschwerden, raschen Veränderungen oder mehreren Abweichungen gleichzeitig. Doch auch ein formal unauffälliger Befund kann Anlass für ein Gespräch sein, wenn Beschwerden anhalten oder ein Wert im persönlichen Verlauf deutlich abweicht.

Eine Wiederholungsmessung ist im Rahmen des Bluttunings nach 3 Monaten äußerst sinnvoll. Hier kann überprüft werden, ob der Einnahmeplan der Supplements, die im initialen Bluttuning gemessenen Schwachstellen ausgleichen konnte. Dies wird natürlich stets mit der individuellen Entwicklung des Beschwerdebildes abgeglichen.

Wie oft ein Bluttuning oder Kontrollen erfolgen sollten, hängt vom Ziel, den Parametern, der klinischen Situation und möglichen Risiken ab.

Wichtig ist außerdem: Nahrungsergänzungsmittel, Hormone oder Infusionen sollten nicht wahllos ohne vorherige Messung erfolgen, sondern eben sinnvoll, gezielt und entsprechend der Laboranalyse.

Wer wissen will, muss messen.

Auch vermeintlich harmlose Substanzen können bei falscher Dosierung, Wechselwirkungen oder bestehenden Erkrankungen problematisch sein.

Häufige Fragen zu Referenzwerten und Blutwerten

Sind Referenzwerte in jedem Labor gleich?

Nein. Messmethoden, Geräte, Referenzgruppen und Einheiten können sich unterscheiden. Deshalb sollte ein Ergebnis immer mit dem Referenzbereich desjenigen Labors verglichen werden, das die Ausgangsanalyse durchgeführt hat. Für Verlaufskontrollen ist es sinnvoll, möglichst unter vergleichbaren Bedingungen und im selben Labor messen zu lassen.### Kann man trotz normaler Blutwerte einen Mangel haben?### Was bedeutet ein Wert knapp an der Grenze?### Sind Optimalwerte oder Frohwerte wissenschaftlich festgelegt?### Wie oft sollten Blutwerte kontrolliert werden?### Fazit: Blutwerte sind Daten, ihre Bedeutung entsteht im Zusammenhang### Blutwerte individuell einordnen lassen Weitere Informationen:Mikronährstoffe-Bluttest und Labordiagnostik sowie Ablauf der Blutanalyse.

Quellen und weiterführende Literatur

Sie möchten Ihre Blutwerte individuell einordnen lassen?

Nicht jeder Mensch hat dieselben Voraussetzungen. In unserer Privatpraxis betrachten wir Laborwerte, Lebensstil und persönliche Ziele im Zusammenhang und entwickeln gemeinsam mit Ihnen ein individuelles Konzept.

Hinweis

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Laborwerte sollten immer im individuellen medizinischen Kontext beurteilt werden.

ADHS und Eisenmangel – Wie Ferritin und Dopamin zusammenhängen können

ADHS und Eisenmangel – Wie Ferritin und Dopamin zusammenhängen können

Inhaltsverzeichnis

Unruhe, Konzentrationsprobleme, innere Getriebenheit und Impulsivität gehören zu den Beschwerden, über die Menschen mit ADHS häufig berichten. Medizinisch stehen dabei vor allem Botenstoffe wie Dopamin und Noradrenalin im Mittelpunkt. Weniger bekannt ist, dass auch die Eisenversorgung bei verschiedenen Abläufen im Nervensystem eine wichtige Rolle spielt.

Eisen wird nicht nur für die Blutbildung und den Sauerstofftransport benötigt. Es ist ebenso an Stoffwechselprozessen beteiligt, die für die Energieversorgung der Nervenzellen und die Bildung von Neurotransmittern relevant sind. Ein niedriger Eisenstatus kann deshalb ein zusätzlicher Faktor sein, der bei Konzentrationsproblemen, Erschöpfung, innerer Unruhe oder Schlafproblemen ärztlich berücksichtigt werden sollte.

Das bedeutet nicht, dass Eisenmangel ADHS verursacht. ADHS ist ein komplexes neurobiologisches Beschwerdebild, bei dem genetische, entwicklungsbezogene und weitere individuelle Faktoren zusammenspielen.

Welche Rolle spielt Eisen bei der Bildung von Dopamin?

Dopamin entsteht aus der Aminosäure L-Tyrosin. An einem entscheidenden Schritt dieser Synthese ist das Enzym Tyrosinhydroxylase beteiligt. Dieses benötigt Eisen als Kofaktor.

Steht dem Organismus nicht ausreichend Eisen zur Verfügung, können eisenabhängige Stoffwechselprozesse beeinträchtigt sein. Dazu gehören neben der Blutbildung und der mitochondrialen Energiegewinnung auch Vorgänge im Neurotransmitterstoffwechsel.

Dopamin und Noradrenalin beeinflussen unter anderem Aufmerksamkeit und Konzentration, Motivation und Antrieb, Belohnungsverarbeitung, Arbeitsgedächtnis und Impulskontrolle.

Eisen ist hierbei essentiell. Ohne Eisen geht es nicht und mit zu wenig Eisen nur auf Sparflamme. Auch weitere Mikronährstoffe und Kofaktoren, darunter Vitamin B6, Vitamin C und Kupfer, sind für die Bildung notwendig.

Der Gamechanger ist also wie immer nicht ein einzelner Stoff, sondern vielmehr das Orchester der essentiell beteiligten Substanzen.

Was zeigt der Ferritinwert?

Ferritin ist ein Speicherprotein für Eisen. Der Ferritinwert im Blut gibt Hinweise darauf, wie gut die Eisenspeicher des Körpers gefüllt sind. Er sollte jedoch nicht isoliert betrachtet werden.

Ferritin gehört zu den sogenannten Akutphase-Proteinen. Bei Entzündungen, Infektionen oder bestimmten chronischen Erkrankungen kann der Wert erhöht sein, obwohl dem Körper nicht in allen Bereichen ausreichend verfügbares Eisen zur Verfügung steht. Ein vermeintlich unauffälliger Ferritinwert schließt einen gestörten Eisenstoffwechsel deshalb nicht in jeder Situation sicher aus.

Für eine frohmedizinische und sinnvolle Beurteilung werden je nach Ausgangssituation weitere Laborparameter herangezogen. Dazu können unter anderem Transferrinsättigung, Serumeisen, CRP und das große Blutbild gehören, welches im Bluttuning standardmäßig bestimmt wird.

Referenzwerte und Frohwerte: Warum „normal“ nicht automatisch optimal bedeutet

Laborreferenzbereiche, “Normal”-Werte, zeigen in welchem Bereich sich die Werte eines großen Teils der untersuchten Bevölkerung bewegen.

Sie beschreiben damit vor allem eine statistische Verteilung. Haben also viele gemessene Menschen einen niedrigen Ferritinwert, so wird der Grenzwert eben entsprechend des statistischen Mittelwerts dieser gemessenen Population angepasst.

Für die molekularmedizinische und präventionsmedizinische Arbeit von dr. med. univ. Dieter Schmidt sind diese Normbereiche jedoch nicht der entscheidende Maßstab.

Denn ein Wert kann innerhalb des üblichen Referenzbereichs liegen und dennoch nicht zu der individuellen Leistungsfähigkeit, den Beschwerden oder den Anforderungen des Stoffwechsels passen. „Normal“ bedeutet aus dieser Sicht nicht automatisch, dass alle körperlichen Prozesse optimal versorgt sind.

Dieser Gedanke prägte bereits die Arbeit von Dr. Ulrich Strunz. Statt sich ausschließlich an Durchschnittswerten zu orientieren, betrachtete er die Blutwerte gesunder, leistungsfähiger und vitaler Menschen. Daraus entwickelte sich das Konzept der sogenannten Frohwerte.

Dr. med. univ. Dieter Schmidt führt diese Praxisphilosophie als Nachfolger von Dr. Ulrich Strunz fort. Im Mittelpunkt steht nicht die Frage, ob ein Wert gerade noch innerhalb eines statistischen Normbereichs liegt.

Entscheidend ist vielmehr, ob der individuellen Person die notwendigen Bausteine in der benötigten Menge zur Verfügung stehen, damit der Stoffwechsel, die Neurotransmittersynthese, das Immunsystem und die Leistungsfähigkeit etc. optimal funktionieren können.

Und das ist eben kein statistischer Mittelwert, der aus den Werten von Gesunden und Kranken entsteht, sondern dieser Wert ist eben individuell und teilweise durchaus höher als der statistische Grenzwert.

Dies ist nicht irgendeine Philosophie, sondern wird gestützt von Untersuchungen, die bei Naturvölkern durchgeführt wurden. Um es praktisch zu erklären:

Der Grenzwert für Vitamin D3, ab dem kein Mangel mehr bestehen soll, ist bei den üblichen Laboren >20 ng/ml.

Gemessen in einem afrikanischen Naturvolk, ohne Zivilisationserkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, Rheuma, ADHS etc. liegt der Durchschnittswert bei 115 nmol/l.

Heißt also, glückliche, gesunde Menschen ohne akute und chronische Erkrankungen haben andere Werte – Frohwerte. Diese sind unsere Orientierung!

Und gerade beim Eisen zeigt sich, weshalb diese Betrachtung relevant sein kann. Die bekannteste Funktion des Eisens ist die Bildung des roten Blutfarbstoffes, dem Hämoglobin. Hämoglobin, der rote Blutfarbstoff, ist der Sauerstofftransporter im Blut schlechthin.

Es bindet Sauerstoff aus der Atemluft und transportiert es hin zum Gewebe, den Organen, die den Sauerstoff zur Energiegewinnung essentiell benötigen.

Doch Eisen ist weit mehr! Es wird nicht nur für die Blutbildung benötigt, sondern ist ebenso notwendig für das Immunsystem und auch den Neurotransmitterstoffwechsel.

Ein formal unauffälliger Wert sagt daher aus Sicht des Bluttunings noch nicht zwangsläufig aus, dass die Eisenversorgung für den einzelnen Menschen ausreichend ist.

Beim Bluttuning werden Laborwerte deshalb nicht isoliert und nicht allein anhand klassischer Normgrenzen beurteilt. Entscheidend sind das Zusammenspiel der Werte, die Beschwerden, die persönliche Vorgeschichte, die Ernährung, die körperliche Belastung und die individuelle Stoffwechselsituation.

Die zentrale Frage lautet nicht: „Ist der Wert noch normal?“ Sondern: „Ist der Körper so versorgt, dass seine Prozesse möglichst gut funktionieren können?“

Untermauert wird dies durch eine bekannte Studie aus Großbritannien: Ironically unwell: Anämie und Eisenmangel bei gesundheitsbewussten Erwachsenen im Vereinigten Königreich.

Zusammengefasst zeigen 33.029 Blutproben:

  • Viele Personen mit objektiv nachweisbarem Eisenmangel oder Anämie berichteten keine typischen Beschwerden.
  • Rund 52 % der Menschen mit absolutem Eisenmangel waren symptomfrei.
  • Rund 57 % der Menschen mit Anämie waren symptomfrei.
  • Frauen im gebärfähigen Alter waren besonders häufig betroffen.

Hierdurch wird der zentrale und leider allzu häufig angenommene Glaubenssatz, mit dem Patientinnen und Patienten bei der Bitte um eine Eiseninfusionen abgespeist werden:

„Wer keine Müdigkeit, Leistungsschwäche oder Atemnot hat, wird wahrscheinlich auch keinen Eisenmangel haben.“

zu Recht in Frage gestellt! Im Gegenteil, vielmehr bedeutet dies:

Fehlende Symptome schließen Eisenmangel nicht aus und laborchemisch nachweisbarer Eisenmangel ist häufig bereits vorhanden, bevor Betroffene sich krank fühlen.

So funktioniert Präventionsmedizin, so funktioniert Bluttuning!

Was sagt die Forschung zu Ferritin und ADHS?

Unabhängig von der Praxisphilosophie stellt sich die wissenschaftliche Frage, ob Menschen mit ADHS häufiger einen auffälligen Eisenstatus aufweisen.

Mehrere Studien und Metaanalysen haben bei Kindern mit ADHS im Durchschnitt niedrigere Ferritinwerte als bei Kontrollgruppen festgestellt. Bei anderen Parametern wie dem Serumeisen zeigten sich diese Unterschiede nicht in gleicher Weise.

Teilweise wurden außerdem Zusammenhänge zwischen einem niedrigen Eisenstatus und stärker ausgeprägter Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität oder Impulsivität beschrieben.

Diese Ergebnisse sind natürlich kein eindeutiger Beweis und zeigen freilich nur eine Korrelation, aber diese mögliche Ursache bei ADHS aus dem Weg zu räumen ist doch heute ein Leichtes!

Sollte dann der Eisenmangel doch nicht ursächlich sein, dann sucht man eben weiter. Aber eine mögliche Ursache wäre damit ausgeräumt – und zwar ohne vergleichbare Nebenwirkungen! Für die ärztliche Praxis bedeutet das: Ein auffälliger Eisenstatus sollte ernst genommen, aber immer im Zusammenhang mit dem gesamten Befund eingeordnet werden.

Ähnliche Beschwerden, unterschiedliche Ursachen

Ein Eisenmangel kann Beschwerden hervorrufen, die sich teilweise mit typischen ADHS-Symptomen überschneiden.

Diese Überschneidungen machen eine differenzierte Diagnostik wichtig. Sie bedeuten nicht, dass Konzentrationsprobleme oder Unruhe automatisch durch einen Eisenmangel verursacht werden. Auch ein bereits diagnostiziertes ADHS schließt zusätzliche körperliche Einflussfaktoren nicht aus. Umgekehrt ersetzt die Feststellung eines Eisenmangels keine fachärztliche ADHS-Diagnostik.

Eisen, Sauerstoff und Energie für das Nervensystem

Eine der wichtigsten Aufgaben von Eisen ist seine Beteiligung an der Bildung von Hämoglobin. Hämoglobin bindet Sauerstoff und transportiert ihn über das Blut zu den Organen und Geweben (s.o.).

Das Gehirn hat einen besonders hohen Energiebedarf. Nervenzellen sind auf eine kontinuierliche Energiegewinnung in den Mitochondrien angewiesen. Fehlen Eisen, Hämoglobin oder weitere für die Blutbildung erforderliche Substanzen, kann dies die körperliche und mentale Leistungsfähigkeit beeinträchtigen.

Auch hier zeigt sich das Zusammenspiel verschiedener Faktoren: Für eine normale Blutbildung werden neben Eisen beispielsweise Vitamin B12 und Folsäure benötigt. Die alleinige Bestimmung eines einzelnen Wertes bildet diesen komplexen Prozess daher nicht vollständig ab.

Eisenmangel kann auch ohne Blutarmut bestehen

Ein Eisenmangel entwickelt sich häufig schrittweise. Zunächst leeren sich die Eisenspeicher, während der Hämoglobinwert noch innerhalb des Referenzbereichs liegen kann. Erst bei einem weiter fortschreitenden Mangel kann eine Eisenmangelanämie entstehen.

Ein normales Hämoglobin schließt reduzierte Eisenspeicher somit nicht grundsätzlich aus. Gleichzeitig sollte ein niedriger Ferritinwert nicht nur ausgeglichen, sondern auch hinsichtlich seiner Ursache abgeklärt werden.

  • starke oder lang anhaltende Menstruationsblutungen
  • eine unzureichende Eisenaufnahme über die Ernährung
  • eine eingeschränkte Aufnahme im Magen-Darm-Trakt
  • chronische Entzündungsprozesse
  • wiederkehrende oder unbemerkte Blutverluste
  • ein erhöhter Bedarf, beispielsweise in Wachstumsphasen

Insbesondere Blutverluste und Erkrankungen des Verdauungstraktes sollten hausärztlich oder fachärztlich untersucht werden.## Schlaf, innere Unruhe und Restless Legs

Ein niedriger Eisenstatus kann auch im Zusammenhang mit Restless-Legs-Beschwerden und einem unruhigen Schlaf eine Rolle spielen. Gleichzeitig treten Schlafprobleme bei Menschen mit ADHS vergleichsweise häufig auf.

Schlafmangel kann Konzentrationsschwierigkeiten, Reizbarkeit, Erschöpfung und innere Unruhe verstärken. Dadurch lässt sich im Alltag nicht immer klar erkennen, welcher Anteil einer Beschwerde auf ADHS, den Schlaf oder einen zusätzlichen körperlichen Faktor zurückzuführen ist.

Gerade bei ausgeprägter Tagesmüdigkeit, Einschlafproblemen, nächtlicher Unruhe oder einem Bewegungsdrang in den Beinen kann es deshalb sinnvoll sein, den Eisenstatus in die ärztliche Abklärung einzubeziehen.

Ferritin im Bluttuning ist ein wichtiger Wert. Einerseits zeigt er uns das verfügbare Eisen an, welches nicht nur für Blutbildung, sondern eben auch Neurotransmitterhaushalt (wichtig bei ADHS) und wie im Ratgeberartikel über Eisen Die Wahrheit über das vergessene Eisen-Optimum beschrieben, für das Immunsystem essenziell ist.

Welche Eisenwerte werden beim Bluttuning untersucht?

Welche Laborwerte erforderlich sind, hängt von den Beschwerden, der Krankengeschichte und bereits bekannten Befunden ab. Zur Beurteilung des Eisenstoffwechsels können insbesondere folgende Werte gehören:

  • Ferritin
  • Transferrinsättigung
  • Serumeisen
  • Hämoglobin
  • Erythrozytenindizes im Blutbild
  • CRP zur Einschätzung möglicher Entzündungsprozesse
  • gegebenenfalls weitere Parameter nach ärztlicher Beurteilung

Entscheidend ist nicht nur, ob ein Wert innerhalb oder außerhalb eines Laborbereichs liegt. Ebenso wichtig sind die Beziehungen zwischen den Werten, mögliche Entzündungen, die Ernährung, Blutverluste, Medikamente, Vorerkrankungen und die konkret bestehenden Beschwerden.

Deshalb gilt beim Bluttuning: erst messen, dann einordnen und anschließend gezielt entscheiden.

Was ist bei einem niedrigen Ferritinwert zu tun?

Ob eine Behandlung erforderlich ist und welche Form infrage kommt, hängt vom Befund und von der Ursache des Eisenmangels ab.

Eine orale Eiseneinnahme kann bei manchen Menschen zu Magen-Darm-Beschwerden führen oder die Eisenspeicher nur langsam auffüllen. Eine intravenöse Eisengabe kann bei bestimmten medizinischen Voraussetzungen eine Alternative darstellen. Sie sollte nach ärztlicher Indikationsstellung, unter Berücksichtigung möglicher Risiken und mit einem geeigneten Präparat erfolgen.

In der Praxis von dr. med. univ. Dieter Schmidt werden nicht nur klassische Untergrenzen betrachtet. Die Bewertung orientiert sich an der individuellen Stoffwechselsituation, den Beschwerden und der von Dr. Ulrich Strunz geprägten Frohwerte-Philosophie. Daraus lässt sich jedoch keine pauschale Zielzahl für jeden Menschen ableiten.

Von einer längerfristigen Einnahme auf eigene Faust ist abzuraten. Auch eine übermäßige Eisenzufuhr kann gesundheitlich problematisch sein. Dosierung, Dauer und Verlaufskontrolle gehören in ärztliche Hände.

Ärztliche Einordnung statt Selbstdiagnose

Ferritin ist beim Bluttuning ein wichtiger Laborwert. Eisen wird für die Blutbildung, den Sauerstofftransport, die Energiegewinnung und verschiedene Prozesse des Neurotransmitterstoffwechsels benötigt.

Trotzdem ist Eisen nie die alleinige Erklärung für Konzentrationsprobleme, innere Unruhe oder eine ADHS-Symptomatik. Ebenso wenig lässt sich aus einem einzelnen Laborwert ablesen, welche Behandlung für einen Menschen sinnvoll ist.

Neben dem Eisenstatus können abhängig von den Beschwerden weitere Faktoren relevant sein, beispielsweise die Versorgung mit Vitamin B12, Folsäure und weiteren Mikronährstoffen, die Schilddrüsenfunktion, der Hormonstatus, die Schlafqualität, die Ernährung, Entzündungsprozesse, Medikamente sowie psychische und psychosoziale Belastungen.

Ziel der Diagnostik ist es nicht, nach einem vermeintlichen Wunderstoff zu suchen. Es geht darum, mögliche Mangelzustände und Stoffwechselzusammenhänge strukturiert zu erkennen, medizinisch einzuordnen und aufeinander abzustimmen.

Fazit: Eisen ist ein möglicher Baustein, aber keine alleinige Erklärung

Eisen ist für die Sauerstoffversorgung, die zelluläre Energiegewinnung und den Neurotransmitterstoffwechsel unverzichtbar. Da Eisen unter anderem als Kofaktor bei der Dopaminsynthese benötigt wird, ist ein Zusammenhang zwischen Eisenstatus und ADHS-Beschwerden biologisch plausibel.

Studien zeigen unter anderem bei Kindern mit ADHS teilweise niedrigere Ferritinwerte und Zusammenhänge mit der Symptomstärke.

Machen Sie sich auf den Weg: Wer wissen will, muss messen!

Blutwerte verstehen statt selbst zu raten

Konzentrationsprobleme, innere Unruhe, Erschöpfung oder Schlafprobleme können viele Ursachen haben. Ein niedriger Ferritinwert kann dabei ein wichtiger Hinweis sein, sollte jedoch immer im Zusammenhang mit weiteren Laborwerten und der persönlichen Situation bewertet werden.

dr. med. univ. Dieter Schmidt unterstützt Sie dabei, Ihre Blutwerte strukturiert zu untersuchen und medizinisch einzuordnen. Im Mittelpunkt steht keine pauschale Empfehlung, sondern die individuelle Abklärung: Welche Werte sind auffällig? Welche Ursachen kommen infrage? Und welche nächsten Schritte sind medizinisch sinnvoll?

Jetzt ärztliche Beratung anfragen und den Eisenstatus gezielt abklären lassen.

Blutwerte prüfen lassen

Über den Autor

dr. med. univ. Dieter Schmidt ist Facharzt für Viszeralchirurgie und leitet die Privatpraxis Mein Bluttuning in Roth. Seine Schwerpunkte liegen in der Präventionsmedizin, der Labordiagnostik, der Mikronährstoffmedizin sowie individuellen Konzepten für gesundes Altern und Longevity.

Sein Schwerpunkt liegt auf der Ursachenforschung chronischer Beschwerden sowie der Optimierung von Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden auf Basis fundierter Laboranalysen und wissenschaftlicher Erkenntnisse.

Häufige Fragen zu ADHS und Eisenmangel

Kann Eisenmangel ähnliche Beschwerden wie ADHS verursachen?

Ein Eisenmangel kann unter anderem Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Reizbarkeit, verminderte Belastbarkeit und Schlafprobleme begleiten. Diese Beschwerden können sich mit ADHS-Symptomen überschneiden. Daraus folgt jedoch nicht, dass ein Eisenmangel automatisch die Ursache der Beschwerden ist.### Verursacht Eisenmangel ADHS?

Nach heutigem Wissensstand gilt Eisenmangel kann dies mitverursachen, jedoch sehr wahrscheinlich nicht monokausal, da ADHS ein komplexes neuro-biochemisches Beschwerdebild darstellt, das durch einen Einzelwert nicht begründet werden kann. Es wäre jedoch leichtfertig, die Korrelation als zusätzlicher Einflussfaktor, der individuell untersucht und abgeklärt werden sollte, zu ignorieren.### Ist Ferritin bei Menschen mit ADHS häufig zu niedrig?

Metaanalysen fanden bei Kindern mit ADHS im Durchschnitt niedrigere Ferritinwerte als bei Kontrollgruppen. Die Ergebnisse einzelner Studien unterscheiden sich jedoch.### Welcher Ferritinwert ist bei ADHS optimal?

Ein allgemein anerkannter optimaler Ferritinwert speziell für Menschen mit ADHS ist wissenschaftlich nicht festgelegt. In der Praxis von dr. med. univ. Dieter Schmidt erfolgt die Bewertung nicht allein anhand klassischer Normbereiche, sondern im Zusammenhang mit Beschwerden, weiteren Laborwerten, Entzündungsparametern und der individuellen Stoffwechselsituation. Untermauert wird dies durch ein Anpeilen von Optimalwerten.### Hilft Eisen bei ADHS?

Eine Eisengabe kann bei einem nachgewiesenen Eisenmangel medizinisch sinnvoll sein. Ob dadurch auch ADHS-Symptome beeinflusst werden, ist noch nicht abschließend geklärt.### Welche Werte sollten zusätzlich zu Ferritin bestimmt werden?

Je nach Situation können unter anderem Transferrinsättigung, Serumeisen, Hämoglobin, weitere Werte des Blutbildes und CRP sinnvoll sein. Die konkrete Auswahl und Interpretation sollte ärztlich erfolgen. ### Literaturverzeichnis

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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Gesundheitsinformation und ersetzt keine individuelle ärztliche Diagnose oder Behandlung. Empfehlungen zu Ernährung, Training, Nahrungsergänzung oder medizinischen Maßnahmen sollten immer zur persönlichen Situation, zu bestehenden Erkrankungen und zu aktuellen Laborwerten passen.

Magnesium für Langlebigkeit – Mineralstoff mit Power

Magnesium für Langlebigkeit – Mineralstoff mit Power

Inhaltsverzeichnis

Haben Sie sich schon mal gefragt, wie Sie Ihre Lebensqualität verbessern und gleichzeitig Ihre Lebensdauer – Englisch: longevity – erhöhen können? Ein oft unterschätzter Helfer ist Magnesium. Der essenzielle Mineralstoff spielt eine Schlüsselrolle in vielen Prozessen unseres Körpers und kann Sie dabei unterstützen, im Alter gesund und fit zu bleiben.

Mineralstoff mit Power

Magnesium ist an über 300 Prozessen in Ihrem Körper beteiligt und dient als Kofaktor für mehr als 600 Enzyme. Es spielt eine entscheidende Rolle bei einer Vielzahl biochemischer Reaktionen und zellulärer Funktionen. Besonders wichtig ist Magnesium für die Reizübertragung, die Muskelkontraktion, die Regulierung des Herzrhythmus, den Gefäßtonus, den Blutdruck und den Knochenstoffwechsel.

Dieses kleine, aber mächtige Mineral ist ein echter Alleskönner: Es unterstützt die Energieproduktion, hilft, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten, und fördert die Proteinsynthese. Ohne Magnesium läuft im Körper einfach nichts rund. Es sorgt dafür, dass all diese Prozesse reibungslos ablaufen und Sie sich gesund und vital fühlen können. Aber Magnesium leistet noch weitaus mehr!

Magnesium im Körper:  Dem Altern entgegenwirken

Eine spezielle Magnesium-Verbindung, das Magnesium-L-Threonat kann die Blut-Hirn-Schranke passieren und eine Gedächtnisschwäche ausgleichen. Eine aktuelle Studie zeigt, dass diese Form des Magnesiums sowohl das Kurzzeit- als auch das Langzeitgedächtnis verbessern kann.

Dazu fördert Magnesium-L-Threonat die Entstehung neuer Synapsen im Gehirn. Diese Verknüpfungspunkte im präfrontalen Kortex und Hippocampus, die mit dem Alter oft abnehmen, nahmen mit dieser Form des Magnesiums im Rahmen der Studie nachweislich zu.

Vielleicht zeichnet sich hier eine neue, nebenwirkungsfreie Möglichkeit zur Prävention und Behandlung von Demenzerkrankungen wie Alzheimer ab. Eine spannende Entwicklung, die das Potenzial hat, die Gehirngesundheit nachhaltig zu verbessern und somit zu einem längeren und gesünderen Leben beizutragen!

Warum Magnesium für ein langes Leben wichtig ist

Der essenzielle Mineralstoff verbessert die Herzgesundheit

Wussten Sie, dass Magnesium eine entscheidende Rolle für die Herzgesundheit spielt? Es unterstützt das Herz-Kreislauf-System auf vielfältige Weise und hilft, das Risiko von Herzkrankheiten zu senken. Es ist essenziell für die Aufrechterhaltung eines stabilen Herzrhythmus. Es reguliert die elektrische Aktivität des Herzens und kann so Herzrhythmusstörungen vorbeugen.

Ein weiterer Pluspunkt: Magnesium entspannt die glatte Muskulatur der Blutgefäße. Das führt zu einer Erweiterung der Arterien, was den Blutdruck senkt und die Durchblutung verbessert. Ein niedrigerer Blutdruck reduziert das Risiko von Herzinfarkten und Schlaganfällen – klingt gut, oder?

Dieses Mineral hilft auch, den Cholesterinspiegel im Gleichgewicht zu halten. Es senkt das „schlechte“ LDL-Cholesterin und erhöht das „gute“ HDL-Cholesterin. Ein gesundes Cholesterinprofil ist wichtig, um Ablagerungen in den Blutgefäßen zu verhindern und die Herzgesundheit zu bewahren.

Und schließlich hat Magnesium entzündungshemmende Eigenschaften. Chronische Entzündungen sind ein Risikofaktor für Herzkrankheiten, und dieses Mineral kann dazu beitragen, Entzündungen im Körper zu reduzieren.

Magnesium unterstützt Knochen und Muskeln

Wussten Sie, dass etwa 60 % des Magnesiums in Ihrem Körper in den Knochen gespeichert sind? Das Mineral hilft, die Knochendichte zu erhalten und ist entscheidend für die Muskelkontraktion und -entspannung. Magnesium kann Muskelkrämpfe und -verspannungen lindern bzw. sie gar nicht erst entstehen lassen. Darüber hinaus spielt es eine wichtige Rolle bei der Aktivierung von Vitamin D. Das „Sonnenhormon“ ist für die Kalziumaufnahme und die Knochengesundheit essenziell. Ein ausreichender Magnesiumspiegel unterstützt die Regeneration der Muskeln nach dem Training und kann so die sportliche Leistung verbessern.

Es kurbelt den Stoffwechsel an

Magnesium beeinflusst die Insulinempfindlichkeit: Es hilft dabei, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten und kann so das Risiko für Typ-2-Diabetes verringern. Außerdem unterstützt Magnesium die Aktivität zahlreicher Enzyme, die an der Energieproduktion beteiligt sind. Diese Enzyme helfen, Kohlenhydrate und Fette in Energie umzuwandeln, was den Stoffwechsel ankurbelt.

Magnesium beruhigt Nerven und Gehirn

Magnesium ist ein echter Helfer, wenn es darum geht, Nerven und Gehirn zu beruhigen. Haben Sie gewusst, dass es die Freisetzung von erregenden Neurotransmittern hemmt und gleichzeitig die Produktion von Glückshormonen wie Serotonin fördert? Serotonin sorgt für gute Laune und kann helfen, Depressionen und Angstzustände zu mildern.

Darüber hinaus unterstützt Magnesium das Stressreaktionssystem Ihres Körpers. Es hilft bei der Regulierung der sogenannten HPA-Achse. Die Hypophyse (Hirnanhangsdrüse, Gehirn) steuert die Hormondrüsen unseres Körpers mit Botenstoffen. Sie steuert auch die Nebenniere insbesondere bei Streß zur Cortisolproduktion an. Magnesium beruhigt dieses System. Weniger Cortisol bedeutet weniger Stress und ein entspannteres Nervensystem​.

Magnesium kann auch die Schlafqualität verbessern: Das vielseitige Mineral hilft bei der Produktion von Melatonin, dem Hormon, das den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert. Guter Schlaf hilft Ihnen, sich ausgeruht und ausgeglichen zu fühlen​.

Magnesiumbedarf: Wie viel Magnesium brauchen Erwachsene?

Selbst die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) erkennt mittlerweile, dass Magnesium wichtig ist und spricht von „etwa 300 Milligramm für Frauen und etwa 350 Milligramm Magnesium für Männer pro Tag“.

Wir schätzen nicht wir MESSEN !

Am besten einen Wert von 1,0 mmol/L

Magnesium als NEM oder Infusion: Supplemente

Nahrungsergänzungsmittel sind eine gute Option o.g. Spiegel erreichen zu können.

Besonders empfehlenswert sind Magnesiumpräparate in Form von Magnesium-, citrat,-gylcinat,-threonat oder gleich eine Kombination aus den Dreien. Aminosäure gebundene Formen werden unserer Erfahrung nach besonders gut aufgenommen.

Sollte es gar nicht funktionieren oder Magnesium zu stark abführend wirken, können auch Infusionen unter engmaschiger Laborkontrolle helfen – ein Wundermittel gegen Verspannungen!

Wer´s kennt; Hier geht innerlich die Sonne auf.

Magnesiumpower aus der Natur

Wie bekommen Sie genug Magnesium? Ganz einfach: Essen Sie die richtigen Lebensmittel und/oder supplementieren Sie! Hier sind einige magnesiumreiche Nahrungsmittel, die Sie ganz einfach in Ihre Ernährung einbauen können:

  • Nüsse und Samen: Mandeln, Cashewnüsse, Kürbiskerne
  • Grünes Blattgemüse: Spinat, Grünkohl, Mangold
  • Hülsenfrüchte: Bohnen, Linsen, Kichererbsen
  • Fisch: Lachs, Makrele, Heilbutt

Fazit: Magnesium für ein langes und gesundes Leben

Magnesium ist ein wahres Multitalent und spielt eine entscheidende Rolle für Ihre Gesundheit und Langlebigkeit. Es unterstützt Herz, Knochen, Muskeln und das Nervensystem.

Achten Sie darauf und messen Sie! Ihr Körper wird es Ihnen danken!

Quellen

  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (Abruf vom 22.07.2024): Magnesium
(https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/magnesium/)
  • Focus online (Abruf vom 21.07.2024): Gegen Krämpfe und Verstopfung. So wirkt die Wunderwaffe Magnesium
(https://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/immunsystem/magnesium-so-wirkt-die-wunderwaffe-gegen-kraempfe-und-verstopfung_id_9162516.html)
  • NetDoktor (Abruf vom 20.07.2024): Magnesiummangel
(https://www.netdoktor.de/laborwerte/magnesium/magnesiummangel/)

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